Neuer Termin Unser Treffen findet am 23. und 24. Juni 2023 in Görwihl statt. Die Veranstaltung wurde auf Grund der Corona-Lage verschoben. Die Planungen laufen trotz Corona weiter! Weitere Informationen hier auf der Homepage oder in der Banater Post. Der Vorstand
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Gründungszeit
Die Ansiedlung von Saderlach
Der erste große Schwabenzug begann 1718 unter Graf Claudius Florimund Mercy, dem Feldmarschall des Befreiungheeres unter Prinz Eugen von Savoyen, der 1716 die Festungen Belgrad und Temeschburg von den Türken eroberte. Saderlach bekam während des ersten großen Schwabenzugs noch keine Kolonisten. Die Saderlacher Ansiedler kamen wohl, als geschlossene Gruppe, zwischen dem ersten und zweiten Schwabenzug (1740-1780) an. Nach den Feststellungen des Banater Historikers Leo Hoffmann ist 1737 als das Jahr der ersten Einwanderung der Hotzen zu betrachten. Die ältesten Einträge über deutsche Siedler in den Pfarrbüchern der Pfarrei Neuarad, wohin die Alemannensiedlung Saderlach bis 1759 als Pfarrfiliale gehörte, beginnen mit September 1737. (Quelle: Flacker-Seiten, DIE AUSWANDERUNG DER HOTZEN NACH UNGARN UND IN DAS BANAT )
Auswanderung der Hotzen (Flacker-Seiten)
Die älteste Erwähnung der Siedlung “ Zadarlaka “ fand man in den Päpstlichen Zehentlisten (Registrum decimarium papalium) 1332-1337. Da war hier noch eine recht einträgliche Pfarrei vorhanden die zum Erzdechanat Arad gehörte. Im 16 Jh. wird des öfteren das Schloß Zadorlak erwähnt. So 1514 als es von den Aufständischen Doschas geplündert und alle Lehensurkunden vernichtet wurden. Im Sommer 1661 mußte das Schloß noch stehen, denn es wurde von Mohamed Beglerbeg ohne jeglichen Wiederstand eingenommen. Der Ortsname Saderlach deutet auf einen Besitzer Namens “ Zador “ und das ungarische Nachwort “ - lak “ d.h. Wohnsitz, Burg, Besitz, hin. Alle weiteren Versuche, wie z.B. eine Ableitung aus dem Slawischen, entbehren jeglicher Grundlage (Borovsky).Während der Türkenherrschaft ging der Ort ein, lediglich eine kleine Siedlung “ Szallas “(Praedium) von etwa 30 Personen - wohl in der Nähe des heutigen “ Sallaschberges “ findet Erwähnung. Daß es sich hierbei um eine Zigeunersiedlung gehandelt haben muß, die sich später an die Maroschufer verlagerte, kann man wohl aus dem später Verwendeten Namen der “ Zigeunergasse “ und dem “ Zigeunerberg “ etymologisch schließen. Gerade die Jahrzehnte der Rückeroberung des Banats hatten die eher herumziehende Restbevölkerung dezimiert, und die Gegend zu einer menschenleeren Einöde werden lassen. Am 3. Juni 1723 verpachtete die Temeschvarer Landesverwaltung “ das nunmehr ödeliegende verlassene Dorf Zadorlak den Calugern (Mönchen) um einen Pachtzins von 50 Gulden “ auf ein Jahr. Ein “ wohlmeinender Bericht vom 3. Jänner 1725 ” nimmt Saderlach in das Verzeichnis der Orte auf, wo deutsche Familien angesiedelt werden könnten (Temeschvarer Akten -Hoffmann). Durch die Auswertung von Prozeßakten des Klosters Bezding aus dem Jahre 1744 konnte Hoffmann 1923 erstmals nachweisen : daß “ die Gemeinden Munar und Saderlach im Jahre 1737 mit schwarzwälder Familien besiedelt wurden “ (Hoffmann S.13). In den Kirchenbüchern von Neuarad, (Saderlach bekam erst 1759 eine eigene Pfarrei) sind in den Jahren 1737-1744 32 Ehepaare eingetragen. Schon 1744 wird das Dorf um weitere 30 Familien vergrößert und die wohl größte Zahl - weitere 47 Familien, alle aus dem Hotzenwald - kamen 1752 hinzu. Somit erreichte Saderlach im Jahre 1755 einen Seelenstand von 361 Personen mit 77 Haushaltungen. Die Anzahl der Ansiedler alemannischer Herkunft überwiegt, dies verdeutlichen die wichtigsten Sippennamen : (nach den schriftlichen Eingaben der Gemeinde an das Temesvarer Cammeralamt vom 29.01.1755 bzw. 1759) : Alberth, Batzer, Bächle, Brukher, Buchter, Burger, Eysele (Isele), Fehrenbacher, Fohr, Ganter, Hauser, Klein, Kreidler, Lachmann, Laub ,Laybacher, Lütold, Lützelschwab, Maltzacher, Metzger, Morath, Morgen, Muck, Müller, Neff, Ryß, Schälb, Schmalz, Speth, Spuller, Steinebrunner, Stritt, Streitmatter, Trütschler, Weber, Welti, Weiszenberger, Wehrle, Weyß, Wetzig, Zimmermann, Zipfl u.a. (s.a. Kleemann, Sippenbuch). Auch wenn sich in den mündlichen Überlieferungen die Meinung hartnäckig bis in unsereTage hält, konnten die bisherigen Forschungen für die Anwesenheit von ‘ Salpeterern ‘ in Saderlach keine Beweise finden. Eine gewisse geistige Nähe ist aber sehr wohl anzunehmen, zumal die Bewegung stets auch einen geheimbündlerischen Charakter hatte (Böser Wolf, u.a.) . In den folgenden Jahrzehnten kamen neue Ansiedler auch aus dem südbadischen Raum (Grimm, Lux, Meixner ...) oder aus Linz (Strasser), Tirol (Wopfner) oder Bayern (Lindner) hinzu, doch die sich allmählich festigende alemannische Dorfgemeinschaft behauptete sich. Wer hinzu kam passte sich an oder ging wieder. Daran änderten auch die Zuzügler aus den Nachbargemeinden wie Neuarad (Heber, Helmi), Sigmundhausen (Mathis), Segenthau (Roth, Zeng), Lowrin (Mersina), Perjamosch (Wolf) oder Großsanktpeter (Mühlbach) nichts. Die mitgebrachte Muttersprache, das Alemannische, setzte sich gegen alle anderen Spracheinflüsse durch. Auch wenn ringsum im übrigen Banat eher pfälzisch oder moselfränkisch ´gered´ wurde, der sture Hotzenschädel setzte sich nicht nur gegen die Natur zur Wehr, sondern auch gegen alle fremden Einflüsse. Man empfand und empfindet noch heute den Verlust des heimischen Hochalemannischen als Verlust der Identität. Und so stand denn diese insulare Sprachinsel 250-jahrelang umringt nicht nur von dem sich allmählich herausentwickelten Banater Schwäbischen, auch im Sturm der stets wechselnden Amtssprachen : dem Wiener Kanzleideutsch, dem Ungarischen wie dem Serbischen, nicht zuletzt auch dem Rumänischen. Die überlebenden Schwarzwälder, die es aus den frischen, reinen Höhen des Hotzenwaldes in die Sümpfe des Banats verschlagen hatte, setzten sich mit Fleiß und ihrer sprichwörtlichen Zähigkeit auch gegen alle sonstigen Widrigkeiten durch : gegen Sumpffieber u. Typhusepidemien, gegen die Pestseuche, gegen Türkeneinfälle, Mißernten und räuberische Überfälle Hans Burger, 2000 Es folgt nun eine Tabellarische Zeittafel mit einigen wichtigen Erreignissen um Saderlach:
Zeittafel
1737
Die ersten deutschen Siedler kommen aus dem Südschwarzwald (Hotzenwald) und aus den nördlichen Gebieten der Schweiz nach Saderlach.
1373- 1760
Sie kamen aus verschiedenen Ortschaften des Schwarzwaldes und seiner Umgebung. Anhand von Urkunden und Kirchenbücher kann man die Familiennamen zu den einzelnen Ortschaften zuordnen.
1740
Errichtung des ersten kleinen Schulhauses.
1755
Bevölkerungsstand: 361 Personen in 77 Haushalten.
1759
Am 1. Juli zog der erste eigene Pfarrer Lorenz Streck als Capellus curatus ein.
1763
Bevölkerungsstand: 510 Personen, davon 258 Jugendliche.
1778
1781
Verkauf der Ortschaft an Basil Damjanovich, die Saderlacher wurden unfreie Leibeigene.
1812
Erweiterung der Ortschaft mit “ Straßgasse “ und “ Vorstadt “.
1814
Eine neue große Schule wird errichtet.
1844
28 Familien aus Saderlach gründen die Tochtergemeinde Kovacsi bei Temeschburg.
1848/ 49
Revolutionsjahre: abwechselnd ungarische Revolutionsgardisten oder kaiserliche Truppen im Ort. Mit großer Begeisterung hat man sich zur Erkämpfung der Freiheit und für die Abschaffung der Grundherrschaft auf die ungarische Seite geschlagen. 270 Gardisten im Einsatz, ohne Verluste.
Die erste kleine Kirche wird errichtet. Einwanderungsglocke von 1747 hängt noch im Glockenturm.