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1972 Hans Fernbacher und Band
1957 Musikanten untere Zigeunergasse
1976 - Rock Band “THE HOPE“
1938 - Knabenkapelle
Musikanten
Die Geschichte der Musikkapellen aus Saderlach
Die Saderlacher Musikvereine Das Vereinsleben in Saderlach ist nach dem zweiten Weltkrieg gänzlich zusammengebrochen. Von den alten Vereinen: Jugendverein, Mädchenkranz, Frauenverein, Männer-Gesangsverein, Landwirtschaftsverein und einige kleinere blieb nichts mehr übrig. Es gab in der neuen kommunistischen Ära kein Betätigungsfeld mehr. Es blieben übrig der Katholische Kirchenchor und die Saderlacher Freiwillige Feuerwehr, die einzigen funktionierenden Vereine, die über die wirren Zeiten hinweg gerettet werden konnten. Eine Wiederbelebung des Vereinswesen hatten unsere Musikkapellen, in enger Zusammenarbeit mit dem Feuerwehrverein. Sie stützten bis zuletzt das zusammengeschrumpfte gesellschaftliche Leben, ob dies nun Tanzveranstaltungen, Schulfeiern, Hochzeiten oder Festmessen zu Neujahr, Ostern oder Chilbi waren. Es gab Zeiten, da lernte jeder Junge des Dorfes ein oder zwei Instrumente spielen. Nicht zufällig hat Saderlach mehrere studierte Musiker hervorgebracht, Lehrer, Komponisten und hervorragende Interpreten. Nach dem zweiten Weltkrieg begann wieder die Aktivität der Musikkapellen. Von 1946 bis 1952 war Josef Müller (58) Kapellmeister. Zwischen 1949 und 1955 bildeten sich zwei Kapellen. 1. Kapelle mit Kapellmeister Josef Müller (Nr.58) 1949 – 1979 1959 starb Kapellmeister Josef Müller, danach leitete Mathias Eisele (Nr. 43) kurze Zeit die Kapelle und danach Hans Fernbacher. 2. Kapelle mit Kapellmeister Franz Muck In den folgende Jahren gab es mehrere Kapellen mit verschiedenen Ausrichtungen. Musikkapelle von 1969 – 1973 Kapellmeister Hans Fernbacher Musikkapelle von 1973 – 1975 Kapellmeister Josef Müller (Nr. 15) Musikkapelle von 1979 - 1981 Kapellmeister Josef Stritt, bis 1982 Herbert Mühlbach. Mit den letzten deutschen Bewohnern von Saderlach (1989) erlosch auch der Musikverein. Auszug aus dem roten Saderlacher Buch, Seite 266-267 von Johann Burger, 1987
Ein berühmter Saderlacher Musiker war Andreas Porfetye (1927-2011) (Haus Nr.189, Friedhofgasse)
Musiker, Chorleiter und Komponist, Lektor und Professor, Domkapellmeister in Bukarest Staatspreisträger der rum. Akademie; kam 1977 nach Düsseldorf, Chorleiter https://de.wikipedia.org/wiki/Andreas_Porfetye https://banaterzeitungonline.wordpress.com/2011/08/29/ein-musikalischer-lebensweg/ https://www.siebenbuerger.de/zeitung/artikel/kultur/11499-nachruf-auf-den-komponisten-andreas.html
Josef Stritt, Musiklehrer am Gymnasium, Dirigent der Stadtkapelle Altensteig, Stadtmusikdirektor, Kreismusikdirektor ---siehe Archiv “Ein Saderlacher in Indien“
Aktuelle Musiker Franz Huth (358) Augsburg, Banater Musikkapelle - seit 2010 Augsburg, Blaskapelle Kolping - seit 1993 Hans Schmalz Frankenthal, Unterhaltung
Herbert Weiss, Musiklehrer am Gymnasium, Chorleiter Kirchenchor Kehlen OStR.i.R. Herbert Weiss Musiklehrer und Chorleiter „Gott achtet mich, wenn ich arbeite, aber er liebt mich, wenn ich singe“. (R.Tagore) Geboren wurde ich in der schönen alemannischen Gemeinde Saderlach an der Marosch. Dort verbrachte ich trotz der nicht einfachen Nachkriegsjahre eine unbeschwerte, glückliche Kindheit. Die Grundschule besuchte ich vor Ort. In dieser Zeit entwickelte sich meine Liebe zur Musik unter anderem durch die zwei Blaskapellen von Franz Muck und Sepp Müller, deren Auftritten ich überall hin folgte. Die erste Erfahrung mit Kirchenmusik machte ich als Messdiener und über die Kantorin der Kirche, meine Großtante Luisa Backin. Vielleicht sind es aber auch die häufig angeführten Erbanlagen, die für meine Musikleidenschaft und die späteren Berufswahl verantwortlich sind. Mein Großvater mütterlicherseits, Adam Frick, war ebenfalls Lehrer und erfolgreicher Chorleiter in der Gemeinde Gutenbrunn. Nach der Grundschule ging es zur weiterführenden Schule nach Temeswar, die auch meine drei älteren Geschwister bereits besuchten. Im Lenau Lyzeum, wo ich das Abitur ablegte, erlernte und spielte ich zwei Instrumente, Trompete und Violine. Nach dem Abitur war mir sehr klar, dass nur ein Studium der Musik für mich in Frage kam. So studierte ich Musik an der Pädagogischen Hochschule in Temeswar und anschließend an der Musikhochschule in Bukarest, mit dem Hauptfach Chorleitung. Die erste Arbeitsstelle führte mich an das Gymnasium in Neupetsch/Ulmbach, einer Ortschaft mit großer Chortradition. Neben dem Schulchor gründete und leitete ich einen Frauenchor im Kulturheim. Nach zwei Jahren wechselte ich zum Kreisinspektorat für Kunst und Kultur nach Temeswar, meinem Frauenchor blieb ich jedoch treu. Meine Verantwortlichkeiten und Leitungsaufgaben nahmen zu, nun war ich für die musikalischen Veranstaltungen und Aktivitäten (Professionelle Musiker wie auch Amateuren) im Kreis Temesch zuständig. Auf Initiative der Werktätigen deutscher Nationalität und des Kreiskomitees Temesch für Kunst und Kultur im Kreisrat Temesch, gründeten wir 1969 in Temeswar den Schubertchor. Mir wurde die Freude und Ehre zuteil, Chorleiter zu werden. Ich leitete den Chor mit großem Erfolg von 1969 bis 1976. Unser Antrag auf Ausreise nach Deutschland (März 1977) beendete mit einem Schlag alle meine beruflichen und musikalischen Tätigkeiten. Es erfolgte erwartungsgemäß sofort die Kündigung mit Verlust meiner Position und Arbeitsstelle. Die Übersiedlung nach Deutschland im Frühjahr 1977 führte mich über kurze Aufenthalte in Rottweil nach Meckenbeuren/Friedrichshafen an den Bodensee. Nach der Anerkennung meines Studiums sowie der Staatsprüfung an der Musikhochschule in Freiburg, stand meiner Tätigkeit als Musiklehrer für den gehobenen Schuldienst nichts mehr im Wege. Da meine Frau bereits im Schuldienst in Meckenbeuren tätig war, wollten wir vor Ort bleiben. Glücklicherweise erhielt ich sehr schnell ein Stellenangebot am Graf-Zeppelin-Gymnasium in Friedrichshafen am Bodensee. Der Chorleitung galt nach wie vor meine Begeisterung und Liebe und so baute ich in den folgenden Jahren an der Schule einen Kinder-, Jugend- und Gemischten Chor der Klassen 9-13 auf. Alle drei Chöre wuchsen zu stattlicher Größe und erfreuten sich dauerhaft eines starken Zulaufs. Der Große Chor hatte zahlreiche erfolgreiche Auftritte im In-und Ausland. Zudem war ich parallel häufig als Juror bei Chorwettbewerben im Einsatz. Die Chorarbeit begleitete mich auch in meine Freizeit und wurde zu einer langjährigen erfüllenden Nebenbeschäftigung. In den Jahren 1978 - 1988 leitete ich den Jugend- und Gemischten Chor der Kirchengemeinde St. Columban in Friedrichshafen. Nach 10 Jahren übernahm ich den St.Verena- Kirchenchor in Kehlen, Gemeinde Meckenbeuren. Heute kann ich auf unzählige erfolgreiche Konzerte und Gottesdienste zurückblicken, die durch bekannte große Orchestermessen zu den Festtagen bereichert und vervollkommnet wurden. Im Jahre 2007 wurde ich als Oberstudienrat am GZG Friedrichshafen pensioniert. Nach 30 Jahren Leitung des Kirchenchores in Kehlen, beendete ich meine Chorleitertätigkeit mit dem Festgottesdienst an Weihnachten 2018. Es ist mir nicht leichtgefallen, den Taktstock wegzulegen, aber angesichts der folgenden Corona Pandemie war es sicher der richtige Zeitpunkt. Ich verabschiedete mich mit der „Jubelmesse“ von Carl Maria von Weber. Musik und besonders Chormusik bleiben und sind nach wie vor ein wichtiger und nicht wegzudenkender Teil meines Lebens. Aktuell genießen meine Frau und ich in der schönen Bodenseegemeinde Meckenbeuren unseren Ruhestand, und auch da begleitet uns das Lied: Bekannt ist Meckenbeuren nämlich über die Landesgrenzen hinaus bis ins Banat über das Lied „Auf der schwäbischen Eisenbahn“. „Die meisten Dirigenten werden uralt, weil ihre Tätigkeit eine gesunde Mischung von regelmäßiger Gymnastik mit uneingeschränkter Autorität ist“. (war) (K.Clarke)
Josef Stritt Ein Leben für und mit Musik Wo alles begann: Im Nachbarhaus wohnte zu meiner Kindergartenzeit der pensionierte Lehrer Steger. Alleinstehend hat er öfters bei uns mal am Tisch gesessen und irgendwie festgestellt, dass der Bub ein wenig Talent hat, was dazu geführt hat, dass ich bei der Abschlussfeier der Kindergartenjahre schon mit dem Akkordeon auf einem Bild festgehalten wurde. Da mein Vater früher mal Klarinette gespielt hat,war bei uns im Haus das Instrument noch vorhanden und so lag es nahe, dass ich eines Tages mit diesem Instrument angefangen habe. Hans Fernbacher war der rührige Mann, der sich damals um die Ausbildung der jungen Musiker sehr verdient gemacht hat. Die fünfte Klasse in Deutschsanktpeter war dann der Start für meine zukünftige Laufbahn. Ein hervorragender Musikant, Matthias Bruckler, gab mir dort Unterricht. Einen großen Anteil an meinem Wechsel an das Musiklyzeum Ion Vidu in Temeswar habe ich meinem Onkel Herbert Weiss zu verdanken, der in den Sommerferien bei seinen Eltern und somit auch in der unmittelbaren Nachbarschaft in der Herrengasse weilte. Abitur und das Studium in Klausenburg am Konservatorium haben mir eine breit gefächerte musikalische Bildung beschert, für die ich heute noch dankbar bin. Als ich dann nach dem Studium in Arad eine Stelle antreten konnte war ich als junger Musiker selbstverständlich bei unseren Saderlacher Musikanten dabei. Es dauerte nicht lange,bis man mir die Leitung der Musikkapelle übertragen hat. Durch meine Lehrjahre während des Studiums bei meinem Freund Hans Kaszner und seiner Kapelle aus Jahrmarkt, ist es uns in dem bescheidenen Saderlach in kürzester Zeit gelungen eine sehr erfolgreiche Kapelle auf die Beine zu stellen. Junge Burschen sind dazugekommen, auch Musiker aus anderen Dörfern kamen hinzu und in kurzer Zeit konnten wir uns vor Aufträgen, wie Hochzeiten oder Kirchweihfeste spielen, kaum noch retten. Mit Franz Huth (97, 378) der am Schlagzeug saß und sehr schön singen konnte ergab sich ein harmonisches Duo. Dann kam noch eine Musikanlage mit Mikrofon und Gesangsboxen dazu, das war zu jener Zeit fast eine Revolution. Wenn ich es noch richtig im Gedächtnis habe war unsere Formation folgendermaßen besetzt: Leitung: Josef Stritt Klarinette, Saxophon Gesang Trompete Herbert Mühlbach und Josef Pabst aus Schöndorf Franz Eisele (387) Trompete Gerhard Mühlbach undFranz BruckerSaxophon Brucker Josef und Franz Huth (358) Tenorhorn und Posaune Josef Eisele (18b) Akkordeon Josef Morath E- Bass Franz Huth (97, 378) Schlagzeug und Gesang Geprobt haben wir bei der Feuerwehr. Gott waren das Zeiten, die Noten alles von Hand geschrieben, ich hatte einen Cassetenrekorder bei dem die Tasten vom ewigen Vor und Zurückspulen schon gar nicht mehr einrasteten. Die Stücke wurden alle über‘s Ohr auf Papier gebracht, gedruckte Noten zu kaufen, wie es heute üblich ist war damals noch undenkbar. Dann kam die Auswanderungswelle, ich war der erste von uns allen und zu Franz Huths (97, 378) 60-tem Geburtstag haben wir uns ganz heimlich alle nochmals getroffen. (den Franz hat schier der Schlag getroffen, die Überraschung war voll geglückt.) In Deutschland habe ich dann in Altensteig im Schwarzwald, einem schmucken Städtchen mit großer musikalischer Tradition die Leitung der Stadtkapelle angetreten und sie 38 Jahre lang geleitet. Gleichzeitig habe ich dort an der Musikschule Klarinette und Saxophon unterrichtet. Ich habe mich auch sehr stark in der Verbandsarbeit eingesetzt, habe viele Jugend- Lehrgänge geleitet, das Kreisjungendorchester dirigiert, bin Kreisverbandsmusikdirektor, Juror bei Wettbewerben… Zum Glück konnte ich noch vor Corona mein Abschiedskonzert vor großem Publikum dirigieren. Beim letzten Stück, Myway von Frank Sinatra, bin ich dann bei den letzten Takten ganz leise vom Podium gegangen und habe meiner Nachfolgerin den Taktstock überreicht. Heute nach einem Jahr im Ruhestand blicke ich dankbar und zufrieden auf ein erfülltes Musikerleben zurück, das ganz bescheiden in unserem beschaulichen Allemannendorf begann. Josef Stritt Eschenweg 11, 72213 Altensteig
1960-er Jahre
1960-er Jahre
1960-er Jahre
1960-er Jahre
1970-er Jahre
1996 - Tuttlingen
Bilder aus dem Archiv der HOG Saderlach Vielen Dank allen Personen für die Bilder!
1950-er Jahre
1947 - 1948
1950-er Jahre
1950-er Jahre
1950-er Jahre
1950-er Jahre
1960-er Jahre
1960-er Jahre
gesammelt von Franz Eisele (203) Februar 2022