Nr. Vorname und Name Sippe Hau Nr. Geburtsdatum Sterbedatum Ruhestätte Alter 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10
Die verstorbenen Saderlacher und Angehörige 2020
Die verstorbenen Saderlacher und Angehörige 2020
gesammelt von Franz Eisele (203) Januar 2022
Die Marosch bei Saderlach
Die Tür auf der rechten Seite war der Eingang zur Getreidemühle mit Hammerschroter
grünes Buch Saderlach, Seite 35: Bild “Wassermühlen an der Marosch(1930)“ Auch Saderlach hatte solche Mühlen, die vor vielen Jahren abgebaut wurden.
Nach 1990 wurde die Mühle mit verschiedenen Müllern (aus Felnac) eine Zeitlang weitergeführt. Heute ist sie geschlossen. Die zweite Mühle am Westende der Ortschaft, auf der linken Seite der Straßgasse in Richtung Bodrog (Nr. 426) gehörte Andreas Zeng. Im Jahr 1938 wurde noch dazu gebaut. Sein Schwiegersohn, Sepp Gruber, gelernter Müller, hatte einen neuen Motor eingebaut und die Mühle bis 1943 geleitet. Die Mühle hatte zwei Walzenmahlstühle, einen Antrieb mit Dieselmotor und das Mehl war sehr gut. 1946 nach Andreas Zengs Tod führten zwei rumänische Mühlenarbeiter die Mühle bis zur Enteignung 1948 weiter. Nach 1948, nach der Verstaatlichung, wurde die ganze Mühle, mit jeder Schraube, von den Russen abgebaut und nach Russland transportiert. Das Gebäude wurde von der Kollektiv als Getreidespeicher benutzt. Nach 1990 wurde das Gelände an die Neue Apostolische Kirche verkauft und abgerissen. Es gab in der Ortschaft auch einige kleinere Getreidemühlen mit Motor, Hammerschroter für Tierfutter. Jede Familie hatte einige Schweine, Kühe und Geflügel. Dazu brauchte man Schrot aus Mais, Gerste und anderen Körnern. Eine kleine Getreidemühle war in dem heutigen Gebäude, als „Hambar“ bekannt. (Hambar = Getreidespeicher, Scheune, Schuppen)
1981 - Antrieb mit Elektromotor
Badetag im Kühlwasser-Basin
Die letzten Müller: Franz Eisele (307) und Josef Gruber (12) (etwa 1974)
1956: Franz Eisele (307) war Leiter der Mühle und Mühlenmechaniker, zuständig für den Motor und Mechanik in der Mühle, anbei die Söhne Josef (403) und Franz (203)
Die neue Mühle hatte 3 Walzenstühle und war bestens geeignet gutes Weißmehl zu erzeugen. Das Wahlgut bestand hauptsächlich aus Weizen. Die Qualität des Weißmehls war sehr gut. Dies hatte sich in den umliegenden Ortschaften schnell herumgesprochen und die Mühle war somit immer voll ausgelastet. Angetrieben wurde die Mühle durch einen Einzylinder-Zweitakt- Diesel (Schiffsdiesel) Motor, liegend, mit riesigem Schwungrad und großem Wasserbassin zur Kühlung des Motors. (Baujahr 1930, Fa. Ganz Diesel Budapest). Neben den drei Weißmehlwalzenstühlen wurde auch eine Maismehlwalze dazu gebaut, etwa 1963, welche durch die niedrige Motorleistung nur abwechselnd betrieben wurde. So wurde ca.1965 ein Zweizylinder-Dieselmotor aus der alten, geschlossenen Mühle aus Galscha-Schiria (Hellburg), eingebaut. In guten Zeiten waren bis zu 6 Angestellte in der Mühle beschäftigt. Im Jahre 1948 wurden alle privaten Betriebe verstaatlicht, die Mühlen enteignet und in die Staatliche Mühlengemeinschaft des Kreises Arad aufgenommen. Viele wurden ganz geschlossen. Die Mühle der Familie Mühlbach wurde verstaatlicht. Auch in der kommunistischen Zeit kamen Bürger aus der ganzen Umgebung wegen dem guten Ruf der Mühle nach Saderlach, um ihren Weizen mahlen zu lassen. Es gab Zeiten da wurde sogar an Sonntagen gearbeitet. Der Bedarf war groß, da die meisten Arbeiter der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG = Kollektiv) in Naturalien (Weizen, Mais) entlohnt wurden. Im Jahre 1981 wurde der Antrieb auf Elektromotor umgestellt. Angestellte im Jahre 1956 waren: Franz Eisele (307), Josef Gruber (12), Bunai (Arad),Josef Schleff (301), Winkler
Das alte Wassermühlenhaus wurde an die neue Mühle angebaut und als Speicher verwendet.
Problematisch ist der Betrieb von Wassermühlen in Gegenden, in denen es regelmäßig im Winter zu anhaltendem Frost kommt, da zu Zeiten, in denen das Fließgewässer vereist ist, ein Wassermühlenbetrieb nicht möglich ist. Dies war auch an der Marosch zutreffend, in sehr kalten Wintern war die Marosch oft vereist. Die Wassemühlen auf der Marosch waren mit horizontalen Wasserrädern unterschlächtig angetrieben. Das bedeutet, dass das Wasser das Rad von unten antreibt. Unterschlächtige Wasserräder eignen sich besonders für geringe Gefälle, wie es auch bei der Marosch war. Sie führte viel Wasser und floss langsam. Weil der Fluss immer näher an die Ortschaft kam und einige Häuser am Flussufer dem Wasser zum Opfer fielen, beschloss die Gemeinde Mitte der 30-er Jahre eine Umleitung des Flusses. Dadurch mussten auch die Wassermühlen weit außerhalb der Ortschaft festgemacht werden. Mit zunehmender Industrialisierung und neuer Mühlentechnik wurden die Wassermühlen aufgegeben und neue Mühlen mit Verbrennungsmotoren oder Dampfmaschinen errichtet. Dies war auch in Saderlach der Fall. Eine der letzten Wassermühlen gehörte der Familie Mühlbach (Nr. 460, 269), die ca. 1937 eine neue Mühle an der Hauptstraße (Straßgasse Nr. 304) errichtete. Das Haus der Wassermühle wurde als Getreidespeicher an die neue Mühle angebaut.
In der Landkarte aus dem Jahre 1769 sind die Wassermühlen auf der Marosch eingezeichnet (Josephinische Landesaufname, Temeschwarer Banat 1769-1772)
Da die Ortschaft bündig am linken Flussufer der Marosch gebaut wurde, konnte man, dank der Wasserkraft des Flusses, verschiedene Wassermühlen betreiben. Wassermühlen sind sehr alte von Menschen genutzte Bauwerke, die durch Wasserkraft angetrieben werden. Für die Umsetzung der Wasserenergie in mechanische Arbeit kommen bei historischen Wassermühlen fast ausschließlich Wasserräder zum Einsatz. In guten Zeiten wurden in der Umgebung von Saderlach bis zu 12 schwimmende Wassemühlen betrieben.
Mühlen
Die Mühlen und ihre Müller in Saderlach
Bilder aus dem Fotoarchiv der HOG Die Ortschaft Saderlach (rum. Zădăreni) liegt am linken Ufer des Flusses Marosch (Mieresch, rum. Mureș), etwa 7 km westlich von der Stadt Arad entfernt. Es war eine richtige Bauerngemeinde, mit allen dazugehörigen handwerklichen Kleinbetrieben, so auch Mühlen. Es wurde viel Getreide wie Weizen, Gerste, Mais und andere Körnerfrüchte angebaut und in den Mühlen zu Mehl, Gries, Schrot verarbeitet.
Lageplan der Franziskanischen Landesaufnahme 1819-1869 (Ungarn) - österr. Staatsarchiv Wassermühlen auf der Marosch sind eingezeichnet