Wegekreuze

Flur-/ und Wegekreuze in Saderlach

nachgefragt und aufgeschrieben von Franz Eisele(203)

Bilder: Mathias Albert und Franz Eisele(203)

     Ein Flurkreuz, auch Weg(e)kreuz genannt, ist ein Kreuz an einer Wegkreuzung, an einem Weg oder einer Straße, am Feldrand oder im Wald. Es kann aus Holz, Stein oder Metal bestehen. Häufig sind Flurkreuze als Kruzifixe gestaltet. Flurkreuze findet man besonders häufig in Katholischen Landstrichen. Sie sind Sinnbilder des christlichen Glaubens und zeugen von der Religiosität unseren Vorfahren. Die meisten entstanden schon in den vergangenen Jahrhunderten und wurden von der damaligen Bevölkerung als Zeichen ihres Glaubens errichtet. Einige von ihnen sind an Orten aufgestellt, an denen zuvor entweder ein Unfall, ein Verbrechen oder etwas Unerklärliches geschah oder auch mit Spukgeschichten in Verbindung gebracht wurden. Viele sind auch als Sühnekreuz und Dankesbezeugung, z.B. anlässlich von Geburten, Genesung usw. anzusehen.  Die Sitte, an Straßenstellen, wo Menschen tödlich verunglückt sind, ein Unfallkreuz aufzustellen, hat sich mittlerweile weltweit verbreitet. Sonderformen stellen das Mordkreuz und das Pestkreuz dar. Viele Flurkreuze dienten aber einfach als Wegemarkierungen zur Kennzeichnung schwieriger oder gefährlicher Stellen oder als Hinweis auf Wegekreuzungen. An einigen Kreuzen befindet sich eine Inschrift, aus der zu ersehen ist, warum das jeweilige Kreuz aufgestellt wurde und von wem. Die Kreuze, die zu Ehren Gottes aufgestellt wurden, sollen die Vorübergehenden oder Vorüberfahrenden zu frommen Gedenken mahnen. Einst hielten die Leute inne und nahmen sich Zeit für ein Gebet für die Verstorbenen und gedachten ihrer. Die Kapellen und Kreuze wurden immer wieder von den Anwesensbesitzern oder Ersteller  / Erbauer renoviert und geschmückt.

   Dieses ist wohl jetzt in Saderlach nicht mehr möglich, die Ortschaft wurde von allen deutschen Einwohnern verlassen.        Im Jahre 1946 wurden die Kreuze in der Ortschaft in einer Nacht und Nebel Aktion der Kommunisten von ihren Sockel gerissen und zerstört. (auch die Dreifaltigkeit)

   Nur die älteren Bürger wissen noch um deren Entstehung und Hintergründe ihrer Aufstellung. Es ist daher sehr schwierig, über alle Wegkreuze eine Entstehungsgeschichte zu verfassen.

   Auf den Felder und Fluren in und um Saderlach waren und sind noch einige solche Flurkreuze erhalten, in einem mehr oder weniger guten Zustand. Einige sind in den letzten Jahren auch repariert bzw. erneuert worden. Nach einigen Umfragen und Recherchen habe ich einiges über unsere Flurkreuze erfahren.

Für Ergänzungen und weitere Informationen bin ich dankbar!

 

Das Kreuz bei den Weingärten

Standort: steht in einem Dreieck der Wegegabelung der  “ 3 Albertsberg “ und der   “ 4 Kreuzberg “, in der Nähe des alten Erdölbohrturms. (4 Betonsäulen)                                   (- siehe Flurplan von Saderlach ).

 Im "Saderlacher grünen Buch" , auf den Seiten 202/203, ist in alemannisch, zu lesen:

Wisseder au, was eimol im a  Ma bi de Wigärte passiert isch?

- de isch mit Garbe vom Hotter heimgfahre, un bi de Wigärte - es het scho Bätzitt g´litte g´ha - sin uf eimol d´Roß stoh blibe. Er het sie aatriebe, aber sie sin nix wie im Chreis ummedum mitem Wage gange - die ganz Nacht bis zum Morge, bis es Tag worre isch. Jetz erscht hen d´Roß de Wage heimzoge. De Bur aber het an die Stell e Chriz g´stiftet - un des Chriz schtoht hit noch.

Elfriede Weiszenberger (Tuttlingen) hat erfahren:

--- die Geschichte wurde meiner Mutter von Johann Weiß(Großvater) *19.11.1876 - +23.03.1959 erzählt.Das Kreuz wurde evtl. von einem Weiß aus dieser Familie (Nr.119) erbaut.

   Anbei ein Bild (erhalten Februar2011). Das alte Kreuz (liegt am Boden) von den Weingärten ist jetzt renoviert und zwischen dem Bahnhof und den Ställen aufgestellt.

Die Wallfahrer zum Heiligen Brunnen im  “Wingamer Tal“ am Pfingstmontag machten eine kurze Rast- und Gebetspause an diesem Kreuz.

Kr-Weingärten-03 (2)Kr-Weingärten-04

    2014:  Jedes Jahr zu Sfîntu Mihai  (Heiliger Michael) wird das Kreuz gesegnet, anschließend findet eine Messe und ein gemeinsames Essen in der Kantine der Firma Halas Mihai statt.      (Information und Bilder von Franz Winterhalter)

 

Marterl Heiliger Wendelin

Standort: steht auf einem 4 Meter hohen gemauerten Steinsockel in der Vorstadt, vor dem Haus des Sebastian Fohr, Nr. 330 (Fohr Bastian). Die Nische ist vergittert und mit Glasfenster geschützt.

  Marterl sind Steinsäulen, welche in einer Nische eine Statue mit Darstellungen aus dem Leben des jeweiligen Heiligen zeigen.

  Der heilige Wendelin wird als Patron der Hirten und Herden, Schäfer und Bauern; des Viehs; gegen Viehseuchen; für gedeihliche Witterung und gute Ernte; für Natur- und Umweltschutz gehalten.

Bauernregel: St. Wendelin, verlass' uns nie, / schirm' unsern Stall, schütz' unser Vieh!

Da Saderlach eine Bauerngemeinde war, mit vielen Felder und allerlei Vieh, wurde der Hl. Wendelin sehr verehrt. Die Prozession zu seiner Ehre wurde immer am 20. Oktober abgehalten. Es war eine große Prozession, immer vormittags. Es ging von    der Kirche aus mit Musikbegleitung, Lehrer mit Schulkinder, Feuerwehr und der ganzen Bevölkerung der Ortschaft zum Hl. Wendelin. Am Marterl warteten die Bauern mit Tieren und Ross und Wagen, schön aufgeputzt und geschmückt  auf die Prozession. An Werktagen ging es nach der Segnung zur Arbeit.

Erbauer oder Jahr der Erstellung sind nicht bekannt.

 

                       Februar 2011

    Vor dem Hl. Wendelin steht ein neues Kreuz.

 

 

 

 

 

 

Das Kreuz beim Hambar

http://goo.gl/maps/mIBbE

Standort: steht in der Ortschaft, an der Landstraße Arad – Periamosch, vor einem Getreidespeicherhaus, genannt Hambar,  an der Kreuzung Straßgasse mit der Herrengasse.

Das Kreuz wurde 1945 von Kommunisten zerstört. Da der Sockel recht solide war, blieb er die ganzen Jahre dort stehen, ohne Kreuz. Im Jahre 2002 wurde ein neues Steinkreuz auf den Sockel gestellt.

Erbauer-Spender ist Fam. Neff ?

Neuerstellung durch ?

 

Das Kreuz bei der Zeng-Mühle

Standort: steht an der Landstraße Arad – Periamosch, auf der rechten Seite, jetzt in der Ortschaft, Ausfahrt Richtung Neu-Bodrog (Hodaia).   Kein Bild vorhanden.

An Bitttagen, vor Christi Himmelfahrt, wurde zu diesem Kreuz eine Prozession abgehalten. Insgesammt waren es drei Bittprozessionen:

  • zu diesem Kreuz
  • zu den Felder und Fluren an der Marosch
  • zu den alten Weingärten

Erbauer –Spender ist Fam. Eckert, Nr. 243

Das Kreuz beim Kanton – Rotes Kreuz ( Rot Chriz )

http://goo.gl/maps/Dh4QW

 

Standort: steht an der Landstraße Arad – Periamosch, auf der linken Seite von Arad kommend, ca. 2 Kilometer vor der Ortschaft, an einer Wegekreuzung zur Dreier Insel in der Marosch und Kanton der Bahnstrecke Arad-Periamosch.

Die Wallfahrer nach Maria Radna legten eine kurze Gebetspause ein.

Auf der Heimreise von Maria Radna formierte sich die Prozession erneut, der Rückweg  in die Ortschaft und Kirche wurde ab diesem Kreuz zu Fuß gemacht.

Das Kreuz diente letzteres auch zur Flurbegrenzung zu Neuarad.

Erbauer oder Jahr der Erstellung sind nicht bekannt.

 

 

 

 

Das Kreuz beim Tiefen Tal

http://goo.gl/maps/fTSiW

Standort: steht an der Landstraße Arad – Periamosch, auf der linken Seite von Arad kommend, ca. 4 Kilometer vor der Ortschaft, an einem kleinen Tal.

Die Wallfahrer nach Maria Radna legten eine kurze Gebetspause ein.

Das Kreuz diente zur Flurbegrenzung zu Neuarad.

Erbauer oder Jahr der Erstellung sind nicht bekannt.

 

 

 

 

 

 

Statue Heiliger Florian

Standort: gegenüber der Kirche, vor dem Haus Zipfl (242)

Der Hl. Florian ist der Beschützer der Feuerwehrleute. In der linken Hand der Statue ist eine Fahne, in der rechten Hand ein Eimer, aus welchem er Wasser auf ein brennendes Haus gießt. Die Aufstellung der Statue wird der Tatsache zugeschrieben, dass es oft zu Bränden wegen der Strohbedeckten Hauser kam.

Die Statue wurde von Josef Müller im Jahre 1955 aus Kunststein neu erstellt.

Inschrift auf dem Sockel:

 

Christliche Bräuche und Riten in Saderlach

 

Dreifaltigkeit

Standort: mitten in der Kreuzung der Herrengasse und Kreuzgasse, vor der Kirche.

Die Statue der Hl. Dreifaltigkeit steht auf einer 10 Meter hohen Steinsäule; ist eine Gruppe von Statuen, welche die Hl. Dreifaltigkeit darstellen. Das Fest der Heiligen Dreifaltigkeit wird am Sonntag nach Pfingsten gefeiert.

An diesem Festtag wurde eine Prozession zur Dreifaltigkeitsstatue abgehalten.

Die Statue wurde im Jahre 1948(?) in einer Nacht und Nebel-Aktion von sogenannten Kommunisten vom Sockel gerissen und zerbarst im Blumenbeet.

Josef Müller, (Müllersepp), Dorfkünstler in Saderlach, erstellte die heutige Dreifaltigkeitsgruppe aus Kunststein. Sie wurde im Jahre 1956 auf den Sockel gehoben.

Im Volksmund sagt man:

Alle Beteiligten an der Zerstörung haben ein böses Ende gefunden, sie starben nach schweren Leiden einen bitteren Tod.

Inschrift auf dem Sockel:    

Fronleichnam

Das im Volksmund Fronleichnam genannte Hochfest führt lithurgisch die Bezeichnung:

“”Hochfest des Leibes und Blutes Christi””. Fronleichnam wird am Donnerstag der 2.Woche nach Pfingsten gefeiert.

Die Fronleichnamsprozession war der größte Festzug des Kirchenjahres, unter Gesang und vielen Beteiligten wurden mehrere geschmückte Außenaltäre besucht.

Es war ein katholisches Volksfest der Ortschaft.

                                    Die Kapelle bei Haus Bakin wurde 2010 renoviert.

Es wurden vier Altäre besucht. (4 - Evangelisten)

Kapelle –bei Haus Nr. 244, zwischen Fam. Eckert und Fam. Bakin (Dr. Weiss)

Altar vor Haus Nr. 25 (Fam. Albert)

Altar vor Haus Nr. 84 (Fam. Czelesni)

Kapelle im Flur des Hauses Nr. 114 (Fam. Klares)

   Es gab eine strikte Prozessionsordnung: zuerst das Kreuz, dann die Musikanten, Lehrer mit Schulkinder, Männer mit wehenden Vereinsfahnen, weißgekleidete Muttergottesmädchen (in Begleitung) mit Tisch der tragbaren Muttergottesstatue, schön geschmückt, Ministranten, Pfarrer mit Monstranz und Allerheiligsten unter getragenem Baldachin (Himmel), Kirchenchor und die Gläubigen, von jung bis alt.

Die Altäre wurden von den Familien und derer Verwandschaft aufgestellt und geschmückt. Es gab einen richtigen Wettbewerb um den schönsten Altar; eine richtige Blumenpracht.

Die kommunistische Regierung hat die Prozession mit Rundgang durch die Ortschaft verboten, so dass im Jahre 1959 die Prozession das letzte Mal im freien abgehalten wurde.

Maria Radna

Die Wallfahrt der Saderlacher nach Maria Radna fand immer am zweiten Samstag/Sonntag im September statt.

Maria Radna

Kulturraum Banat Ortschaften

Wikipedia Maria Radna

Statue aus der ersten Kirche von Saderlach - bis 1871

Die kleine Statue ist vermutlich bis zu 300 Jahre alt. Sie befindet sich in Augsburg bei Familie Eisele (387) und wurde 2013 restauriert..

Kr-Statue-03

                                                                                   

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